Zur Geschichte von Prior Productions

Zur Geschichte von Prior Productions

Nach über 30 Jahren, in denen ich mich bemüht habe, immer bessere Workshops im Bereich Psychotherapie, Beratung und Coaching zu machen, erreichte ich allmählich ein Plateau, auf dem ich als Referent/Trainer/Aus- und Weiterbilder mich nur noch geringfügig steigern konnte. Auch lernte ich – anders als am Anfang – durch die Workshops immer weniger dazu. Das, was ich zu sagen und zu vermitteln hatte, kannte und konnte ich einigermaßen, die meisten Fragen und Kommentare der SeminarteilnehmerInnen hatte ich schon irgendwann mal gehört.

Gleichzeitig war mir immer deutlicher geworden, dass vieles von dem, was ich in den Workshops thematisiere, anderswo wenig oder gar nicht vermittelt wird. Das, was ich über drei Jahrzehnte hinweg entwickelt hatte, sollte aber weiter und am besten auch denjenigen zugänglich sein, die nicht die Möglichkeit hatten, an einem meiner Workshops teilzunehmen.

So entstand der Wunsch nach einer filmischen Dokumentation. Diese sollte so hochwertig produziert werden, dass das Anschauen der gefilmten Dokumentation eine reale Teilnahme möglichst weitgehend ersetzen können sollte. Schnell wurde mir klar, dass dies nur mit Hilfe von professionellen Dokumentarfilmern und einem erheblichen Aufwand möglich sein würde. Leider musste ich mit der Zeit auch erkennen, dass ich eine solche Produktion auch selbst würde in die Hand nehmen und finanzieren müssen. Und da ich keinen passenden Partner fand, der die Videos bei den KollegInnen bekannt und ihnen zugänglich machte, würde ich auch noch den Vertrieb mit übernehmen müssen.

Eine Kollegin hat mich dann mit dem Dokumentarfilmer Michael Krambrock bekannt gemacht. Mit seiner langen Erfahrung erwiesen sich er und seine Crew für die Filmaufnahmen und den Schnitt als großer Glücksgriff – es stellte sich nämlich heraus, dass vor allem die Tonaufnahmen von Teilnehmerfragen sehr schwierig und heikel waren.

Meine beiden MitarbeiterInnen Petra Fischer-Mix und Beate Fellenz begeisterten sich nicht nur für das Projekt sondern wollten einen Teil der Mehrarbeit mit schultern. Obwohl ich ahnte, dass das Ganze möglicherweise doch irgendwie sehr viel sein würde, entschied ich mich dazu, als Pilotprojekt meinen Workshop zu „Punkt, Punkt, Komma, Strich – fertig ist die Lösungssicht“ aufzeichnen zu lassen.

Als das gelungen und sicher im Kasten war, schrieb ich eines nachts eine Mail an meinen Steuerberater. Seinen bedachten und sachkundigen Rat hatte ich immer geschätzt. Sicherheitshalber wollte ich von ihm wissen, ob ich beim Verkauf der DVDs steuerlich noch etwas berücksichtigen müsse. Am nächsten Morgen war ich noch nicht richtig im Büro angekommen, als das Telefon klingelte. Es war mein entsetzter Steuerberater, der gerade noch ein „Guten Morgen“ rausbrachte und mich dann eindringlichst warnte: „Herr Prior, tun Sie das nicht! Stoppen Sie das! Können Sie das noch irgendwie rückgängig machen?“.

Aber da war der „Point of no return“ schon erreicht…

Kriftel, im Frühjahr 2018                              Manfred Prior